auto-motor-special 09/2019 • Seite 16
erstellt am 21.08.2019

Centodieci, die exklusive Kleinserie in außergewöhnlichem Design, erinnert an die jüngere Geschichte der französischen Sportwagenschmiede Bugatti

Foto: Bugatti
Reminiszenz an Supersportwagen EB110

Tausendsechshundert PS

Außergewöhnliches Design und enorme Leistung zeichnen Fahrzeuge von Bugatti schon seit rund 110 Jahren aus.

MOLSHEIM/SALZBURG (fr/at). Mit der neuen Sonderedition Centodieci geht der französische Hersteller von Hypersportwagen diesen Weg nun konsequent weiter. Zudem erkennt Bugatti mit einer exklusiven und außergewöhnlichen Kleinserie seine jüngere Geschichte an.

„Mit dem Centodieci verneigen wir uns vor dem Supersportwagen EB110, der in den 1990er-Jahren entstand und zu unserer traditionsreichen Geschichte gehört“, sagt Stephan Winkelmann, Präsident von Bugatti. „Mit dem EB110 katapultierte sich Bugatti nach 1956 wieder mit einem neuen Modell an die automobile Weltspitze.“ Es war ein wichtiger Zwischenschritt für die Neugründung in Molsheim 1998, den französischen Wurzeln Bugattis, und den ersten Hypersportwagen der Neuzeit, dem Veyron.

„Bei der Entwicklung und dem Design des Centodieci standen wir vor mehreren technischen Herausforderungen“, sagt Achim Anscheidt. Der EB110 ist ein sehr flacher, keilförmiger und grafisch quasi zweidimensionaler Supersportwagen der späten 1980er-Jahre. „Diese klassische Optik in ein neues Jahrtausend zu transportieren, ohne sie zu kopieren, war nicht zuletzt technisch kompliziert. Wir mussten eine neue Art und Weise definieren, die komplexen aerothermischen Anforderungen der zugrunde liegenden Chiron-Technik mit einer völlig anderen ästhetischen Anmutung zu vereinen.“

Statt dem V12 präsentiert sich beim Centodieci der ikonenhafte Acht-Liter große W16-Motor mit nun 1.176 kW/1.600 PS bei 7.000 U/min

Ein zusätzlicher Lufteinlass im Bereich des Ölkühlers reguliert zuverlässig die Temperatur des leistungsgesteigerten Motors. Rein rechnerisch wird der Centodieci von 0 auf 100 km/h in 2,4 Sekunden, auf 200 km/h in 6,1 Sekunden und auf 300 km/h in 13,1 Sekunden spurten, die Höchstgeschwindigkeit wird bei 380 km/h elektronisch begrenzt.

„Es ist nicht nur allein die Höchstgeschwindigkeit, die einen Hypersportwagen ausmacht. Mit dem Centodieci zeigen wir einmal mehr, dass Design, Qualität und Performance ebenso entscheidend sind“, so Stephan Winkelmann. Im Vergleich zum Chiron spart der Centodieci 20 Kilogramm Leergewicht ein. Das ermöglicht ein sensationelles Leistungsgewicht von nur 1,13 Kilogramm pro PS.

„Durch die Mehrleistung und das niedrigere Gewicht verbessert sich nochmals die Performance, für eine noch bessere Beschleunigung für hohe Geschwindigkeiten. Der Centodieci bietet unseren Kunden ein verbessertes Leistungsgewicht und ein noch dynamischeres Fahrverhalten“, streut Stephan Winkelmann der neuen Bugatti-Kreation Rosen.

Die auf zehn Fahrzeuge limitierte und handgefertigte Kleinserie, produziert im französischen Molsheim, soll in zwei Jahren ausgeliefert werden. Wermutstropfen: Die Fahrzeuge sind bereits alle verkauft – zu Stückpreisen ab acht Millionen Euro zusätzlich Mehrwertsteuer.

Stichwort Molsheim: Nach der kurzen Etappe in Italien sitzt Bugatti bereits seit fast 20 Jahren wieder an seinem alten Stammsitz: dort, wo Ettore Bugatti Ende 1909 seine ersten Fahrzeuge unter eigenem Namen herstellte.