A U T O . T E S T • auto-motor-special 02/2020
erstellt am 10.01.2020

Der Subaru Levorg 2.0i kauert mit seiner 18-Zoll-Bereifung tief über dem Asphalt, er strahlt aber nicht allein deshalb Dynamik aus, auch die Proportionen sind sportlich-stimmig
Fotos: Franz Weichinger

Härtetest Subaru Levorg 2.0i Premium

Boxernatur

Wir haben den Vorgänger bereits geadelt: "Le Vorg", und über 120.000 Leserinnen und Leser haben den auto-motor-special-Fahrbericht über das Vorjahresmodell gelesen. Steht uns ein weiteres "Topping" bevor? Was bringt die Weiterentwicklung?

STERZING (it). Vorab: die Lufthutze in der Motorhaube ist futsch, sauber geglättet kommt uns der neue Levorg entgegen. Wir weinen dem Turbolader ein wenig nach, der nunmehr installierte Zweiliter-Vierventil-Saug-Motor sorgt mit seinen 150 PS aber ebenfalls für ordentlichen Vortrieb und standesgemäße Fahrleistungen. Der Si-Sport-Modus bringt via Lineartronic zusätzlich Temperament und das mögen wir. Nicht nur deshalb, weil wir vorwiegend bei unseren südlichen Nachbarn unterwegs waren.

Das unten abgeflachte Multifunktionslenkrad (Schaltwippen), in Höhe und Tiefe anpassbar, liegt bestens in der Hand und ist vom Durchmesser und vom Kranz her genau richtig dimensioniert. Die Tachoskala weniger, sie reicht bis stolze 260 km/h. Ob Subaru hier eventuell etwas nachschiebt? e-Boxer und/oder 220 PS?

Das betont sportlich ausgelegte Fahrwerk begeistert. Mit der direkten Lenkung werden Kurven jeder Art - auch Spitzkehren - präzise durchpfeilt. Die Bremsanlage ist für rasante Fahrten bestens gerüstet, Fading ist und bleibt ein Fremdwort.

Subaru ist stolz auf die verbaute Platform (Plattform) und das mit Recht. Ein Aufschaukeln gibt es auch im Extremfall nicht, der Levorg liegt satt auf der Straße. Und bleibt in der Spur, im Extremfall bremst er sich quer über alle vier Räder ab.

Der permanente Allradantrieb, der tiefe Schwerpunkt - möglich auf Grund der kompakten Bauart des Boxer-Motors -, die symmetrische Auslegung und das Torque Vectoring-Element tragen zu dieser o.a. Sicherheit und natürlich zum Fahrspaß bei. Wobei auf den Torque Vectoring Split doch ein wenig eingegangen werden muss: Er schickt die notwendige Traktion auf den Boden und sorgt für Stabilität, jeweils abhängig vom Straßenzustand und der Fahrweise.

Alles klar? Nicht wirklich: Es ist eine Rechenaufgabe, u.a. zählt der Levorg-Computer Parameter wie Lenkradeinschlag, Schräglaufwinkel und Querbeschleunigung (Vehicle Dynamics Control) zusammen, analysiert und agiert. Im Normalfall lange bevor die Lenkerin/der Lenker zum Reagieren ansetzen kann.

Mit Assistenzsystemen ist der Levorg so und so vollständig ausgerüstet, da kann Subaru durchaus als Vorreiter bezeichnet werden. Auch hier gibt es Fortschritte, zum Beispiel konnten wir uns nun mit den Spurhalte-Assistenten mehr als nur anfreunden. Und eine (zusätzliche) Frontkamera war beim Testfahrzeug (Premium-Ausführung) zudem serienmäßig mit an Bord.

Bezüglich Sicherheit: das Eye-Sight-System ist einzigartig und weit in die Zukunft ausgelegt: mittels Stereokamera wird das Verkehrsgeschehen beobachtet. Machen wir es kurz: In bestimmten Situationen beschleunigt, bremst oder lenkt EyeSight den Levorg selbst.

Dies alles und der hintere Querverkehrs-Assistent dienen der Sicherheit. Komfort hat bei Subaru auch Stellenwert, ein Extra-Ausflug in die Zukunft: die Ingenieure arbeiten derzeit Möglichkeiten der Gesichtserkennung (vorerst des jeweiligen Fahrers) aus. Da bewegen sich dann Fahrersitz, Spiegel, sonstige Einstellungen etc in die richtige Position (Programmieren des Fahrzeugs bei Fahrerwechsel entfällt).

Kommen wir zur alltäglichen Praxis: der Kofferraum des Levorg ist über einen Meter lang und fasst 522 Liter. Bei umgeklappten Lehnen wächst das Fassungsvermögen auf stattliche 1.446 Liter bei über 1,80 Meter Länge. Die zwei Fächer im Kofferraumboden sind litermäßig da noch nicht eingerechnet.

Ein Härtetest, ohne auf den Spritverbrauch einzugehen wäre nicht vollständig: aber mit 8,4 Liter auf hundert Kilometer muss gerechnet werden (Bedingungen: eine Woche aper, eine Woche Schneefahrbahn, Winterbereifung, Landesstraßen/Autobahn in D). Auf der Autobahn längs durch das IGL-Land Tirol konnten wir den Verbrauch einmal auf 5,7 Liter drücken (adaptiver Tempomat auf noch tolerierbare gute hundert km/h eingestellt).

Im Levorg sind u.a. vorhanden: 12-Volt-Steckdosen, USB-Anschlüsse, Aux-Eingang und das  gebündelte Star Link-Paket mit Apple Car Play und Asteroid Auto. Wir erwähnen dies der Vollständigkeit halber, denn es ist uns durchaus bewusst: Nicht jede Leserin, nicht jeder Leser genießt ausschließlich Motoren-Musik wie der Autor.

Ein übliches Head up Display gibt es Im Levorg zwar nicht, aber punktuell blinkte es in der Frontscheibe doch auf: vorwiegend in Grün.
Franz Weichinger

TECHNISCHE DATENSubaru Levorg 2.0i PremiumMotor: Vierzylinder-Boxer-BenzinerAntrieb: Allrad permanent, Lineartronic 7-GangMax. Leistung: 110 kW/150 PS bei 6.200 U/minMax. Drehmoment: 198 Nm ab 4.200 U/minHöchstgeschwindigkeit: 199 km/hBeschleunigung: 0 bis 100 km/h in 11,4 sekTestverbrauch 100 km: 8,4 Liter Super bleifreiUmweltschutz: Euro 6d-T, C02-Emission: 167 g/km Bereifung: 225/45R 18 Conti WinterContact VXL Testwagen-Preis: € 39.490,- inkl. NoVa u. MwSt

 

Doppelrohrauspuff und Diffusor betonen die sportliche Note des Subaru Levorg zusätzlich - gute Aussichten und Sonnenschein erfreuen die Insassen auch via Glas-Schiebedach