A U T O . T E S T • auto-motor-special 03/2021
erstellt am 14.02.2021

Der souveräne Antritt, die ausgezeichnete Lenkung, der hohe Sicherheitsstandard und vieles andere mehr machen den ID.3 von Volkswagen interessant für einen "Umstieg"
Fotos: igm/Bolzano

Fahrbericht Volkswagen ID.3 PRO 150 KW 1st-Edition

Wir zeig(t)en dem IGL den Vogel

Tirol, ein Land der Autofahrerinnen und Autofahrer, macht es den Straßenbenützern nicht leicht. Fast durchgängig sind die Autobahnen IGL-beschränkt. Auf 100 km/h. Dem gegensteuern kann man - mit einem Elektrofahrzeug.

KRAMSACH (at). Es macht schon was aus, wenn man mit 130 km/h unterwegs sein darf, das zeigten die Testfahrten längs durch Tirol auf. Vom Stubaital ins Tiroler Unterland und retour kann ordentlich Zeit gespart werden. Manchmal gibt es unvermeidbaren Termindruck und dann sorgt ein Ausreizen der erlaubten Möglichkeit für Entspannung.

Zumal sich Mit-Autofahrerinnen und -Autofahrer sehr kooperativ zeigen und die Überholspur ganz offensichtlich gerne freigeben. Der freundliche Händegruß vom Testchauffeur - ganz Markenbotschafter - wurde  generell lächelnd goutiert. Natürlich gehören beide Hände ans Lenkrad, das ist schon klar, aber einerseits gibt nichts mehr zu schalten und zum zweiten läuft der ID.3 schnurgerade wie auf Schienen. Nur halt wesentlich leiser.

Wobei wir jetzt bei den Assistenzsystemen wären. Es ist alles da, was gut, teuer und für die Allgemeinheit sinnvoll ist. Eine taxative Aufzählung wäre mühsam, so manche technische Raffinesse wird wahrscheinlich ein Autoleben lang gar nicht entdeckt. Den Kollisions-Schutz stellen wir an die erste Stelle, der rettet auch so manchen Profi - ohne viel Aufhebens.

Gestartet und gefahren wird über einen stärkeren Drehknopf rechts oben in Nähe des Lenkrades und natürlich mit dem Strompedal. Drehung nach vorne: vorwärts, Drehung nach unten: rückwärts. Neutral ist mittig, mittels Druckknopf wird die Parkbremse aktiviert. Zwei Tablets, ein kleineres hinter dem Lenkrad, das größere mittig, bringen alles auf den Punkt, dazu gesellt sich noch das Head up-Display.

Das für uns Allerwichtigste war das Laden, wir konnten dies problemlos an der Haussteckdose machen und waren für eine Reichweite von mindestens 324 Kilometer gerüstet. Mindestens heben wir heraus, denn wir haben ja auch beim Fahren versucht, zu laden, so gut es eben ging. Bescheidene, dennoch aber kompetente Frage an den Walter Röhrl: "Kommen Linksbremser weiter als so manche Zauderer?"

Bleiben wir kurz bei den Bremsen, die das doch beachtliche Gewicht (1.808 kg plus Insassen und Beladung) des ID.3 zwar gut im Griff haben, der elektronische Bremseingriff (ABS vorne) setzt aber reichlich früh ein. Könnte unter Umständen jedoch der montierten Winterbereifung geschuldet sein.

Da kommt Freude auf: Wir fordern durchgängig eine dritte Fahrspur, die ausschließlich den Elektrofahrzeugen vorbehalten ist und die Einspeicherung der erlaubten 130 km/h in das Boardnetz, sollte der IG-L (Immissionsschutzgesetz-Luft) -Hunderter aufleuchten

Gewaltig der Punch ab Stand, da wird frau/mann schon in die Sitze gepresst. Das Fahrwerk ist sportlich hart ausgelegt und gibt keinen Anlass zur Kritik, das tolle Einlenkverhalten macht Spaß beim Kurvenräubern. Der Hinterrad-Antrieb ist aber auch auf Schnee und Eis gripsicher. Genauer geschrieben: mit Drift war nichts.

Es heißt dennoch aufpassen, denn die Geschwindigkeit wird in jedem Bereich unterschätzt, man ist in Nullkommanix über der erlaubten.

Betreffend Schnee: die Durchlademöglichkeit mittig in der Rücksitzlehne ermöglicht das Mitnehmen der Skier trotz Vierfachbesetzung!

Irgendetwas muss Vokswagen falsch (oder doch richtig?) gemacht haben, je nachdem wie man es sieht: "Bist zufrieden mit dem Golf" frug der freundliche Mautbeamte aus seinem Häuschen bei der Ausfahrt Stubai. Und wie, strahlte der Autor über das ganze Gesicht, demnächst wird er dem Interessenten aber doch einen Link zukommen lassen.

Der Kofferraum vorne enthält trotz Heckmotor und Heckantrieb ausschließlich Technik, da bleibt kein Raum mehr frei. Dafür gibt es hinter den Rücksitzen ordentlich Platz, das Zwischendeck ist für die Verstauung der Ladekabel vorgesehen. Das Hausladekabel könnte durchaus etwas länger sein. Unter Umständen, denn nicht jedefrau/jedermann besitzt eine Garage. Wir steckten einfach die Mikrowelle aus und den ID.3 an. Durch das halboffene Küchenfenster.

Zu wenig Info, zu wenig High-Life?
Auszug aus der Presseaussendung: Ambientebeleuchtung mit zehn Farben, Automatische Distanzregelung ACC „stop & go“ mit Geschwindigkeitsbegrenzer, Klimaanlage „Climatronic“, Notrufsystem und Center-Airbag, Navigationssystem Discover Pro mit DAB+-Tuner und zwei USB-C-Schnittstellen in der Mittelkonsole sowie die Online-Dienste von "We Connect Start".

TECHNISCHE DATENVolkswagen ID.3 1stMotor: Elektro, batteriegespeistAntrieb: HeckLeistung: 95 PS/70 KW/58kWhMaximale Leistung: 204 PS/150 KW Drehmoment: 310 Nm, schlagartigHöchstgeschwindigkeit: 160 km/h (lt. Werk)Beschleunigung: 0 bis 100 km/h in 7,3 sekBereifung: 215/45 R20 Testverbrauch auf 100 km: 16,9 kWh Umweltschutz: C02-/NOx-Emissionen: 0 g/km Testwagen-Preis:
EUR 49.590,- (förderfähig)Inkludiert:Farbe Makena TürkisVW Garantie Fünf Jahre/100.000 kmUnverbindlicher, nicht kartellierter Richtpreis inkl. NOVA (§6a NoVAG) und 20% MwSt