M O T O R . S P O R T • auto-motor-special 11/2020
erstellt am 27.08.2020

Präzisionsarbeit: Václav Bobek und Jaroslav Netušil fuhren 1950 bei den 24 Stunden von Le Mans auf den zweiten Rang in der Klasse bis 1.100 Kubikzentimeter, bevor ein Technikdefekt das Rennen nach 13 Stunden beendete
Foto/Video: Škoda/Mhoch4 GmbH und Co. KG/youtube

Gut in Schuss: Škoda Rennwagen von 1950

"Sport"-Ausfahrt

Škoda Auto feiert dieses Jahr den 125. Jahrestag seiner Gründung im Jahre 1895. Seitdem haben in der Historie des Unternehmens zahlreiche Fahrzeuge einen besonderen Platz eingenommen. Zu diesen Modellen zählt auch der Škoda Sport, der im Jahr 1950 an den 24 Stunden von Le Mans teilnahm.

SALZBURG (at). Hans Joachim Stuck, ehemaliger Formel 1-Pilot, 18-facher Le Mans-Teilnehmer und zweifacher Sieger des berühmten Langstreckenrennens, hat sich zu einer Ausfahrt im Škoda Sport aufgemacht. Außerdem berichtet Michal Velebný, Leiter der Restaurationswerkstatt bei Škoda  und Enkel des damaligen leitenden Konstrukteurs Josef Velebný, über seine ganz besondere Beziehung zum Škoda Sport.

Gleich der Beginn des neuen Videos lässt die Herzen von Automobilenthusiasten höherschlagen. Eine sonnenbeschienene Berglandschaft ist zu sehen, kurz bevor Motorenklang das Panorama durchbricht. Es ist der Motor des Škoda Sport, des historischen Rennfahrzeugs, das Škoda im Jahr 1950 in Le Mans an den Start brachte.

Am Steuer: Hans-Joachim „Strietzel“ Stuck, Formel 1-Pilot, 18-maliger Le Mans-Teilnehmer und zweifacher Sieger des Langstreckenklassikers an der Sarthe
Foto/Video: Škoda/Mhoch4 GmbH und Co. KG/youtube

Bis heute hat der 600 Kilogramm schwere Škoda Sport mit wassergekühltem 1,1 Liter-Vierzylindermotor nichts von seiner Faszination verloren: Hans-Joachim Stuck sagt: „Es macht unglaublich Spaß, dieses Auto zu fahren, es ist wirklich fantastisch“. Gleichzeitig kann der erfahrene Motorsportler einschätzen, was es damals für die Fahrer bedeutete, in einem solchen Fahrzeug ein 24-Stunden-Rennen zu bestreiten und zollt den „Helden von damals“ für diese Leistung seinen Respekt.

Michal Velebný, heute Leiter der Restaurationswerkstatt bei Škoda, berichtet aus einer ganz anderen spannenden Perspektive über das Fahrzeug: Als Enkel des Ingenieurs Josef Velebný, der damals als leitender Ingenieur für den Aufbau des Škoda Sport verantwortlich war, baute er das Fahrzeug gemeinsam mit einem Freund wieder auf.

Am 24. Juni 1950 war das Auto für seinen Einsatz in Le Mans bestens gerüstet: Nach 13 Stunden lagen Václav Bobek und Jaroslav Netušil auf dem zweiten Rang in der Klasse bis 1.100 Kubikzentimeter. In der 115. Rennrunde riss jedoch das Sicherungselement eines Pleuelzapfens – ein technischer Defekt, der sich vor Ort nicht beheben ließ und das Rennen für das Fahrzeug mit der Startnummer 44 beendete.