auto-motor-special 10/2019 • Test-Langfassung
erstellt am 08.09.2019

Der Bridgestone Touranza 225/50R18 war bei den hohen Temperaturen gefordert und gab sich keine Blöße. Ganz im Gegenteil, eine ausgezeichnete Wahl. Diesbezüglich müssen wir ein wenig ausholen, wir beurteilen  die Reifen aus Gründen der Sicherheit nach Grip, nicht nach Laufleistung.
Fotos: Bolzano

Test Škoda Karoq 4x4 Scout TDI DSG

green, green grass of home …

Wohin mit ihm, dem
Škoda Karoq, mit all seinen Extras? Er passt wohl überall, auch in jede Nische und in jedes Land. Besonders gut aber in die Alpenrepublik Wir stimmen gerne die Hymne an: „Als Böhmen noch … “. Skoda dreht die Zeit allerdings nach vor …

STUBAITAL (fbolzano). Beim ersten Anblick stechen einem sofort die großen Aussenspiegel des Karoq ins Auge. Die Gesamtoptik zeichnet Robustheitt und Stärke, die sich im Verlauf der Testperiode durchaus manifestiert.

Das Testfahrzeug, u.a. mit der Scout-Ausführung, lässt kaum noch Wünsche offen. Die Scout-Sportsitze sind nicht nur Hingucker, sondern sie erlauben auch ermüdungsfreies Fahren über lange Strecken. Selbstverständlich würde der Karoq jedoch eine Müdigkeit der Fahrerin/des Fahrers sofort erkennen und drauf reagieren.

Alle weiteren Assistenzsysteme aufzuzählen ist nicht möglich, die wichtigsten picken wir heraus: Radarsensor, Parkpilot, Bremsenstabilisierungssysteme, aktive Lenkungsunterstützung, Tempomat, Distanzregelung, Unfallbeobachtungssystem, Berganfahrhilfe, Kollisionsbremse, Verkehrszeichenerkennung und Gespann-Stabilisierung - für alle Fälle. Dies ist beileibe keine taxative Aufzählung, aber die offroad-Bergabfahrhilfe wollen wir unseren Leserinnen und Leser nicht vorenthalten. Da wird freies Geländefahren auch bergab nicht abenteuerlich.

Zur Charakteristik des 150 PS starken adBlue-Dieselmotors passt von den Fahrmodi: Eco, Normal, Sport, Individual und Snow, wohl am besten die Eco-Auslegung. Warum? Einfach erklärt: von den Gangabstufungen her. Wir haben aber auch den Sport-Modus genossen und sind uns sicher, dass der Snow-Modus uns Österreichern sehr zu Gute kommen wird. Wie eben auch der Allradantrieb, der immer dann da ist, wenn man ihn braucht.

Der Testwagen streute nach oben, die Werksangabe der Höchstgeschwindigkeit von 195 km/h überbot unser Exemplar spielend. Ohne langen Anlauf, den man auf der deutschen Autobahn ja eh nicht mehr wirklich findet, erreichten wir 210 km/h laut Tacho. Es wäre noch mehr gegangen - der 190-PSler lässt grüßen (Modelljahr 2020, plus Spurhalteassistent).

Siebengang-Automatik-Doppelkupplungsgetriebe: Wir ließen die Schaltpaddel warm- und so manchen Neugierigen heißlaufen, insbesondere, wenn wir in der Stufe Sport unterwegs waren. Der Karoq spielt halt eben die Rolle, die man ihm nahelegt. Im Gelände geht er auch als robustes Rauhbein durch. Und da sind wir uns sicher, das ist von Škoda so gewollt.

TECHNISCHE DATENŠkoda Karoq 4x4 Scout TDI DSGMotor: Reihe, Vierzylinder-Turbo-DieselmotorAntrieb: Allradantrieb, Automatik/SiebengangHubraum: 1.968 ccmMax. Leistung: 110 kW/150 PS ab 3.500 U/minMax. Drehmoment: 340 Nm ab 1.750 U/minHöchstgeschwindigkeit: 206 km/hBeschleunigung: 0 bis 100 km/h in 8,5 sekTestverbrauch auf 100 km: 7,6 Liter DieselölUmweltschutz: C02-Emission: 144 g/kmTestwagen-Preis: 44.056,94

Auf asphaltierten Wegen/Straßen bringt der Modus Sport auch jede Menge Fahrspaß und für Unersättliche gibt es zudem die ESC-Sporteinstellung. Erfreulicher Weise greifen die elektronischen Unterstützer erst bei offensichtlicher Unbedarftheit des Fahres regulierend ein.

Trotz der hohen Bodenfreiheit ist die Straßenlage des 4x4 Karoq vorbildlich und ausgewogen. Es gibt kaum Wankneigungen, er ist sehr präzise  beim Einlenken und dann heisst es das Lenkrad fest halten, um mit ordentlichen Tempoüberschuss aus der Kurve zu kommen.

Bei unwirtlichen Bedingungen ist der Karoq 4x4 naturgemäß in seinem Element. Einen Hohlweg (ohne Umkehrmöglichkeit) zu erklimmen ist recht einfach, das (Rückwärts-)Retourfahren auf Grund der tollen Rückfahrkamera  und der oben bereits erwähnten Bergabfahrhilfe ebenfalls.

Bei hohem Grasstand meldet sich halt hin und wieder (einmal) der Radarsensor. Er dürfte nicht auf weniger fleißige Landbewirtschaftung ausgelegt sein. Wie auch immer: sicher ist sicher.

Im harten Testbetrieb, der Karoq wurde ordentlich gefordert, genehmigte sich der Turbodiesel 7,6 Liter Dieselöl auf 100 Kilometer, es geht aber auch anders, die Werksangabe von 5,5 kann mit Mitdenken ohne weiteres unterboten werden.

Laderaum und Ablagefächer gibt es zur Genüge, die Sonnenbrille immer parat (Dachhimmel). Besonders durchdacht ist die Ablagebox zwischen den Vordersitzen ausgefallen – verschieb- und aufklappbarer Deckel, da wird kein Getränk mehr verschüttet. Und die diversen Fahrmodi leuchten einem heim: mit farblichen LED-Applicationen in den Türverkleidungen, wir sahen hauptsächlich grün/Eco. Rot wäre Sport.

Natürlich nehmen wir unsere Testfahrzeuge schon ordentlich zur Brust, aber mutwillig etwas provozieren zu wollen, ist nicht unser Ziel und auch kaum sinnvoll ...