T I T E L . S T O R Y • auto-motor-special 12/2022
erstellt am 08.11.2022

Kommt alles anders als geplant?

EU ist sich unsicher!

Es ist erst kurze Zeit her, dass die Europäische Union mit viel Tamtam das Aus des Verbrennungsmotors für Pkw verkündete.

Ab dem Jahr 2035 sollen auf dem gesamten europäischen Kontinent nur noch Elektroautos zugelassen werden, auch klimaneutrale e-Fuels erhalten keinen "Freibrief".

Eine Hintertür hält sich die EU allerdings offen: Die für 2026 geplante Überprüfung der Sinnhaftigkeit der Maßnahmen. Es steht heute schon fest: Im bzw. nach dem Jahr 2026 könnte alles noch einmal ganz anders kommen.

Ob das Verbot/die Verbote anno 2026 Schnee von gestern sein werden, wird sich zeigen. Die Zeit bis dahin gehört genutzt, technisch und medial. Überlassen wir die Zukunft nicht ausschließlich den Bürokraten,

das wünscht sich und Ihnen,
der Franzesco Bolzano

T I T E L . S T O R Y • auto-motor-special 12/2022
erstellt am 05.11.2022

Autofahren soll und darf Spaß machen, kaum jemand will Klimaziele boykotieren, aber das Verbrenner-Verbot für sämtliche Neuwagen dürfte sich bis 2035 nicht ausgehen
Foto: Ferrari

Es gibt durchaus Alternativen

Düsentriebs sind gefordert

Ab 2035 sollen in der EU nur noch Neuwagen verkauft werden, die im Betrieb keine Treibhausgase ausstoßen – de facto das Aus für Verbrennungsmotoren.

WIEN (at). "Aus unserer Sicht ist diese Entscheidung nicht zu Ende gedacht", hält Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung fest. "Daher gehen wir davon aus, dass sie 2026 nach einer neuerlichen Überprüfung revidiert werden muss. Denn bis dahin wird offensichtlich sein, dass das alleinige Setzen auf die E-Mobilität nicht ausreichen wird, um die Klimaziele zu erreichen." 

Der Hintergrund für die Bedenken des Clubs: In Österreich werden laut Untersuchungen des Verkehrsministeriums rund siebzig Prozent der Personenkilometer durch den motorisierten Individualverkehr erbracht. zwanzig Prozent entfallen auf öffentliche Verkehrsmittel, der Rest auf aktive Mobilität (zu Fuß, Rad). Wird der Verbrennungsmotor ab 2035 tatsächlich verboten, können die Klimaziele nur erreicht werden, wenn die Mobilität eingeschränkt wird.

Wiesinger: "Das betrifft vor allem Menschen, die sich kein E-Auto leisten können und die keine Aussicht auf ausreichende Öffi-Angebote haben. Nur wenn wir über nachhaltige Kraftstoffe auch in der Bestandsflotte mit sofortiger Wirkung effektiv CO2 einsparen, haben wir eine Chance, die Klimaziele einzuhalten und auch die Mobilität der Menschen zu vertretbaren Kosten zu erhalten."

Nochmal richtig Gas geben?

auto-motor-special stellt in loser Form alternative Möglichkeiten vor
Nochmal richtig Gas geben? Patentierte Technologie ermöglicht Nachrüstung von Verbrennungsmotoren auf den Betrieb mit Autogas (LPG) und verspricht eine Emissionsreduktion von bis zu 95 Prozent.

Der - weithin nicht goutierte - EU-Beschluss, Neufahrzeuge mit Verbrennungsmotoren ab 2035 nicht mehr zuzulassen, soll die Mitgliedsländer dazu zwingen, den Wechsel zur E-Mobilität zu forcieren oder alternative Energieträger wie Wasserstoff in Motoren einzusetzen. Lediglich einzelne Ausnahmen sind z.B. bei eFuels (in auto-motor-special bereits vorgestellt) vorgesehen.

"Ein Richtig oder Falsch in Bezug auf alternative Antriebstechnologien gibt es nicht", erklärt Eckhard Tilhof, Verwaltungspräsident der CombiFuel Swiss AG (re im Bild). "Denn jeder Ansatz, der nachweislich die Emission von klimaschädlichen Abgasen reduziert, ist gut".

Die CombiFuel Swiss AG bietet eine auf zahlreichen Fahrzeugtypen erprobte und zertifizierte Technologie an, die es bereits heutzutage schon ermöglicht, konventionelle Verbrennungsmotoren (Benzin oder Diesel) auf emissionsärmeres und dadurch umweltfreundlicheres Flüssiggas (Autogas/LPG) nachzurüsten. Allein hiermit könnte eine erhebliche Menge an Schadstoffemissionen signifikant verringert werden.

Das neuartige Antriebssystem nutzt derzeit fossiles Flüssiggas, zukünftig jedoch auch BioLPG sowie Dimethylether (rDME) und kann auf neuartige synthetische Kraftstoffe angepasst werden. Die Plug-in-Technologie ist derart entwickelt, dass sie neben Pkw-Anwendungen auch für Motoren von Bussen, Lkw, Baumaschinen, Schiffen oder gar Industriegeneratoren geeignet ist.

Mit unabhängigen Tests konnte nachgewiesen werden, dass sich je nach Motor, Kraftstoff und Streckenführung bis zu 95 Prozent an ausgewählten Emissionstypen reduzieren und – je nach Preisniveau pro Land – gleichzeitig bis zu 50 Prozent an Kraftstoffkosten einsparen lassen.
Derzeit wird in der Schweiz an der Straßenzulassung gearbeitet (Stand 11/22)
Als Basiskraftstoff und Substitut für Benzin oder Diesel fungiert großteils Flüssiggas (LPG/Autogas), welches als Nebenprodukt der Erdgas- und Erdölförderung künftig verstärkt produziert oder als BioLPG aus Agrar- und Industrieabfällen gewonnen wird
Fotos: CombiFuel Swiss AG