Quertreiber 10/2018 • Seite 44
erstellt am 12.09.2018

Bauarbeiten bergen auch Risiken: Ein besonders neuralgischer Ort war in der Sommersaison 2018 die Europabrücke in Tirol. Renovierungs- und Asphaltierungsarbeiten liefen neben dem alltäglichen Aufkommen - meist Kolonnenverkehr.

Foto: igm/Bolzano

Ö: 3.200 verlorene Gegenstände auf Autobahnen

Risikopotential

Presseaussendung der ASFINAG: Verlorene Gegenstände auf Fahrbahnen sind ein Sicherheitsrisiko. Dadurch entstehen gefährliche Situationen – Unfälle sind keine Seltenheit.

Wien/Innsbruck(at). 2017 haben sich die Meldungen über Gegenstände auf der Fahrbahn in Österreich im Vergleich zu den Vorjahren beinahe verdoppelt. Über 3.200 Meldungen registrierte im Vorjahr die ASFINAG beim Verlust von Ladegut auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen – 2016 waren es noch knapp 1.900 Meldungen.

Beinahe jeder Verkehrsteilnehmende hat es schon erlebt: bei der Fahrt sieht man einen Gegenstand auf der Fahrbahn liegen und muss ausweichen. Gefährlich werden diese Situationen dann, wenn es zu überhasteten oder spontanen Reaktionen kommt: das Lenkrad wird verrissen – die Fahrerin, der Fahrer wechselt die Fahrspur schlagartig. Der Verlust von Ladegut kann deswegen gerade auf Autobahnen und Schnellstraßen aufgrund der höheren Geschwindigkeiten sehr gefährlich werden.

Die Hitliste der verlorenenGegenstände ist lang und teilweise ungewöhnlich: vom Papierkarton über Zeitungen bis hin zur Couch oder gar Kühlschränke ist alles schon einmal auf der Autobahn gelandet, so weit die ots-Meldung der ASFINAG.

Löblich, dass die ASFINAG Schulungen macht, Datenbanken füttert, Verkehrsfunk einschaltet und über Pressemeldungen auf richtiges Verhalten hinweist etc.

Was mich als Quertreiber aber zusätzlich brennend interessiert, ist: wie wird das Problem im Baustellenbereich angegangen?

Es sind nicht einzelne abgerissene Spiegel, die sich auf wenigen Kilometern auf und knapp neben der Fahrspur finden lassen. Richtungshinweiser, Poller, Pylonen, Beton- und sonstige Steine, abgefahrene Plastikteile, Scherben etc sind das täglich Brot auf den nicht selten slalomparcoursähnlichen Fahrbahnen während der diversen Bauarbeiten.

Hier möchte ich nun gar nicht auf die amtlich/behördlichen Schreibtischtäter eingehen, die Fahrspurbreiten, Geschwindigkeit und zum Beispiel auch die Arbeitszeiten zu verantworten haben.

Aber irgendjemand wird doch auch für die Sicherheit verantwortlich sein? Es sieht nicht so aus. Es wird ab- besser geschrieben ausgeputzt, wo es nur geht.

Kommt es zu einer Beschädigung eines Fahrzeuges, z.B. durch einen Stein/Betonbrocken, durch Druckluft oder durch Schremmarbeiten ausgelöst, können sich Autofahrerin/Autofahrer mehr oder weniger brausen.

Bei einer - durch Bauarbeiten verursachten - Beschädigung eines vorbeifahrenden Fahrzeuges ist an ein sofortiges Stehenbleiben - aus Vernunftgründen - nicht zu denken. Auch wenn im Anschluss die Polizeiinspektion dann effizient ihre Arbeit verrichtet, ein Verschulden wird vom doch recht konkreten Verursacher vorsorglich von vorneherein abgestritten.

Klartext: Mann, in diesem Falle auch Frau, werden im Kreis geschickt, bis sie mürbe sind und die Kosten des Schadens selbst tragen. Sie scheuen den Zeitaufwand, den Ärger und den ungewissen Ausgang des Rechtsstreits.

Ja wo leben wir denn? Meiner Meinung nach in einem Schlaraffenland für all jene, die meinen Schutzbehauptungen seien keine Lügen, die keine Skrupel kennen, bei denen nur der Rechenstift das Sagen hat.

Das mit den kurzen Beinen ist hiemit leider widerlegt, Skrupellosigkeit dürfte zum Zeitgeist mutieren und beim Rechnen haben wir in der Schule gefehlt. Wir, die unbedarfte Masse!

Das meint, ein wenig verdrossen,

Euer