M O T O R . S P O R T • auto-motor-special 09/2020
erstellt am 31.08.2020

Porsche Mobil 1 Supercup: Siebtes Rennen im Rahmen der Formel 1 in Spa-Francorchamps - den Sieg erfuhr sich Porsche-Junior Ayhancan Güven (St.-Nr. 22)
Foto/Repro: Porsche/igm-Bolzano

Titel-Duell spitzt sich zu

Hochspannung pur

Der Titelkampf im Porsche Mobil 1 Supercup könnte nicht spannender sein: Dylan Pereira schob sich in Spa mit einem zweiten Platz um vier Punkte vor den bisherigen Leader Larry ten Voorde. Den Sieg holte sich Porsche-Junior Ayhancan Güven (Türkei/Martinet by Alméras).

SALZBURG/SPA, 30.8.2020 (at/bel). Güven überquerte die Ziellinie nur 0,6 Sekunden vor Dylan Pereira (BWT Lechner Racing). Dem Luxemburger reichte Rang zwei, um wieder die Tabellenspitze im internationalen Markenpokal mit dem 485 PS starken Porsche 911 GT3 Cup zu übernehmen.

Vor dem Finale am kommenden Sonntag, dem 6. September 2020 in Monza (Italien) beträgt Pereiras Vorsprung vor Larry ten Voorde (Team GP Elite) nur vier Punkte. Der Niederländer fuhr in Belgien hinter Florian Latorre (Frankreich/Team CLRT) und Porsche-Junior Jaxon Evans (Neuseeland/BWT Lechner Racing) auf Platz fünf durchs Ziel.

Der Formel-1-Kurs in den Ardennen wurde seinem Ruf als eine der anspruchsvollsten Rennstrecken der Welt gerecht. Nach elf Runden trennten die bestplatzierten zehn Fahrer im Porsche Mobil 1 Supercup weniger als neun Sekunden. „In Spa zu gewinnen, ist immer großartig“, freute sich Güven, der von der Pole-Position des Trainings-Schnellsten gestartet war. „Gegen Rennende hatte ich kleinere Probleme mit der Balance meines Autos. Aber zum Glück konnte ich erst Jaxon Evans und dann Dylan Pereira hinter mir halten.“

Die beiden BWT Lechner Racing-Fahrer setzten den Spitzenreiter rundenlang unter Druck. „Das war ein gutes Zusammenspiel zwischen Jaxon und mir“, verriet Pereira, der dennoch gelegentlich versuchte, den Teamkollegen zu überholen. Diese Angriffe liefen ins Leere – bis der zunächst zweitplatzierte Evans beim Anbremsen am Ende der langen Kemmel-Geraden eine verschmutzte Spur auf der Strecke übersah und mit einem blockierenden Vorderrad in einen Notausgang ausweichen musste.

„Ich hatte Glück, dass ich in dieser Kurve eine andere Linie gefahren bin als Jaxon, sonst hätte es mich vielleicht auch erwischt“, räumte Pereira ein. So konnte er Evans überholen und sogar die Lücke zu Spitzenreiter Güven schließen. „Ich war schneller als Ayhancan. Aber für eine Attacke hat es nicht mehr gereicht“, fasste der Luxemburger zusammen.

Florian Latorre lieferte mit Rang drei sein bisher bestes Saisonergebnis ab. „Das freut mich riesig für unser Team, das neu im Porsche Mobil 1 Supercup ist. Darauf haben wir das ganze Jahr gewartet“, beschrieb der Franzose.

Jaxon Evans, im Qualifying Zweitschnellster, war mit Rang vier erwartungsgemäß nicht ganz glücklich. „Ich hatte mir durch das blockierende Rad einen Bremsplatten eingefangen. Danach lief mein Auto natürlich nicht mehr optimal“, erläuterte der Porsche-Junior, der in der letzten Runden sogar noch unter Druck von Larry ten Voorde geriet. „Was für ein Hammer-Rennen, das hat wirklich Spaß gemacht“, strahlte der Niederländer trotz verlorener Tabellenführung. Im Ziel hatte er 0,7 Sekunden Vorsprung vor Landsmann Jaap van Lagen (Fach Auto Tech).

Auf den Rängen sieben bis neun kam ein Rookie-Trio ins Ziel, angeführt von Marvin Klein (Martinet by Alméras). Der Franzose setzte sich gegen Max van Splunteren (Niederlande/Team GP Elite) und Jean-Baptiste Simmenauer (Frankreich/Lechner Racing Middle East) durch. Der erst 17 Jahre alte Gastfahrer Loek Hartog (Niederlande/Bas Koeten Racing Team) komplettierte die Top-Zehn.

Sieger der ProAm-Wertung wurde Stéphane Denoual (Pierre Martinet by Alméras), gefolgt von Philipp Sager (Österreich/Dinamic Motorsport) und Roar Lindland (Norwegen/Pierre Martinet by Alméras). Mit dem dritten Rang sicherte sich Lindland vorzeitig den Gesamtsieg in der ProAm-Wertung. Für den Routinier aus Norwegen ist dies bereits der dritte ProAm-Titel in Folge.