auto-motor-special 06/2017 • Seite 07
erstellt am 25.05.2017


Das Leichtgewicht zeigt den Schweren, wo es lang geht ...

Foto: Bilstein/Hahn Racing 2017

Umstieg auf Iveco erfolgreich gemeistert

Der Hahn hat seine Schuldigkeit getan

Never change a winning team? Im Fall des amtierenden Truck-Racing-Europameisters Jochen Hahn aus dem Schwarzwald trifft dies nur bedingt zu. Immerhin wechselte er nach seinem letzten Titelgewinn auf MAN einfach mal so die Marke seines Renn-Lkw.

Misano. 2017 sitzt der Altensteiger in der FIA European Truck Racing Championship (ETRC) erstmals für Iveco auf dem Bock – bleibt seiner Fahrwerkmarke Bilstein dabei allerdings weiter treu. Die Siegfähigkeit dieser alten und zugleich neuen Paarung stellte Hahn gleich am ersten Rennwochenende im österreichischen Spielberg unter Beweis: der vierfache Champion stand zweimal ganz oben auf dem Podium und holte auch noch einen zweiten Platz.

Für Iveco waren es die ersten Siege in der ETRC überhaupt. Gewiss keine schlechte Bilanz für vier Rennen, die mit 51 Punkten und der momentanen Führung durch Jochen Hahn in der Gesamttabelle belohnt werden. Es folgt mit 40 Zählern und einem gewissen Sicherheitsabstand Stephanie Halm.

Verglichen mit dem typischen Lkw im Speditionseinsatz ist der neue Renntruck des Teams Hahn Racing geradezu ein Leichtgewicht: Der Iveco Stralis 440 E 56 XP ist eine zum ultimativen Sportgerät umgebaute Zugmaschine mit „nur“ 5.300 Kilogramm Gewicht. 1.150 Pferdestärken, die von einem mächtigen 13-Liter-Triebwerk per Turboaufladung generiert werden, haben hier leichtes Spiel. Damit lässt dieser Truck so manch gut motorisierten Pkw einfach stehen.

Schiere Power allein mag bei einem Dragster genügen, nicht jedoch bei einem Renntruck. Deshalb hat die Motorsportabteilung von  Bilstein ganz tief in die Trickkiste ihres MDS-Baukastens gegriffen und aus den Komponenten des Modularen Dämpfer Systems maßgeschneiderte Aluminiumstoßdämpfer konstruiert. Clou des Ganzen sind die eigens angefertigten Kolbenstangen mit einem Durchmesser von 14 Millimetern.

Als neue Dreierkombination haben sich Jochen Hahn, Iveco Stralis und  Bilstein-Stoßdämpfer somit hervorragen bewährt. Von gesundem Optimismus beseelt, zieht das Team nun bald weiter ins italienische Misano, wo die nächsten Rennen angesetzt sind.

Vielleicht hat es ja auch etwas zu bedeuten, dass 2017 nach dem chinesischen Kalender das Jahr des Hahns ist.