auto-motor-special 04/2018 • Seite 31
erstellt am 07.02.2018

Der D-Type ist das bereits dritte Continuation Car von Jaguar Classic – nach den 2014/2015 fertig gestellten sechs Lightweight E-Types und den neun Stück XKSS (seit 2017)

Foto: Jaguar

Jaguar setzt die Produktion des legendären Rennwagens D-Type fort

Short- or Longnose?

Nach über 60 Jahren hat Jaguar seinen ersten „neuen“ D-Type aufgebaut. 25 Exemplare werden in Handarbeit bei Jaguar Land Rover Classic Works in Warwickshire entstehen. Je nach Kundenwunsch sind Shortnose- oder Longnose-Variante verfügbar.

Paris/Salzburg. 62 Jahre nach dem Bau des letzten Modells im Jahr 1956 hat Jaguar Classic die Produktion des legendären Rennwagens D-Type neu aufgenommen. Das erste für den Neuaufbau bei Jaguar Classic vorgesehene Exemplar – ein Engineering-Prototyp – feierte unlängst auf dem Salon Retromobile in Paris Weltpremiere.

1955 hatte Jaguar den Bau von 100 Einheiten geplant, stellte jedoch nur 75 Modelle fertig. Jaguar Classic setzt nun mit 25 historisch korrekten Neubauten den ursprünglichen Plan zeitversetzt um. Angetrieben vom legendären XK-Sechszylinder gewannen Jaguar D-Type zwischen 1955 und 1957 dreimal die 24h von Le Mans. Jedes Detail der nun für Kunden aufgelegten Modelle orientiert sich an den authentischen, sprich originalen Spezifikationen.

Tim Hannig, Direktor, Jaguar Land Rover Classic, sagt: „Der Jaguar D-Type zählt zu den schönsten Rennwagen aller Zeiten; dazu mit einer herausragenden Bilanz bei den härtesten Langstreckenrennen seiner Epoche. Und er ist noch heute spektakulär. Die Möglichkeit, die Erfolgsgeschichte des D-Type durch die Komplettierung der geplanten 100er-Serie in Coventry fortzuführen, gehört zu jenen Projekten, die man vielleicht nur einmal im Leben bekommt.“

Durch den Zugang zu originalen Jaguar-Werkszeichnungen und -Dokumenten stellen die Jaguar Classic-Experten sicher, dass jeder neue D-Type exakt jenen Spezifikationen entspricht, die in den 1950er Jahren von Jaguar Rennleiter Lofty England und seinen Ingenieuren festgelegt wurden. Kunden können zwischen einer Shortnose-Version nach 1955er- oder einer Longnose-Karosserie nach 1956er-Spezifikation wählen.

Der in Paris gezeigte Engineering-Prototyp bildet ein Longnose-Exemplar ab, gut zu erkennen an der verlängerten Motorhaube, der berühmten Heckflosse hinter dem Fahrerkopf, dem „wide-angle“ Zylinderkopf mit größeren Ventilen und einem Schnellwechselsystem für die Bremsbeläge.

Kev Riches, Engineering Manager, Jaguar Classic, sagt: „Die Fertigstellung der neun vom D-Type abgeleiteten Jaguar XKSS war bereits sehr erfüllend und für uns sogar eine noch größere technische Herausforderung als die sechs ‚fehlenden’ Lightweight E-Type. Doch die im XKSS-Projekt gesammelten Erfahrungen geben uns nun einen Wissensvorsprung bei den finalen 25 D-Type. Jeder Wagen wird absolut und bis ins letzte Detail historisch korrekt sein – genauso, wie es die Jaguar Rennsportabteilung damals vorgesehen hatte.“