auto-motor-special 06/2017 • Seite 15
erstellt am 19.05.2017

Erste Fahreindrücke bestätigen dem eGolf die Zukunftsreife Foto: Franzesco Bolzano

Stromern ist ganz einfach

eh ... Golf

Gas, äh Strom, geben und geräuschlos schnurrt der neue e-Golf auf bis zu 150 km/h (wo man darf). Gut neun Sekunden reichen für den Spurt auf 100 km/h, diese Beschleunigung wird subjektiv noch aufregender empfunden. Ansonsten ...

... man sitzt in einem Golf, man fährt einen Golf, mit all seinen Vorzügen. Schalten kann man vergessen, ausser man wechselt den Modus oder muss zurücksetzen (z.B. beim Einparken). Zurücksetzen kommt ansonsten im eGolf-Sprachgebrauch nicht vor. Vorpreschen kommt der Philosophie schon wesentlich näher.

300 Fahrkilometer bis zur nächsten Ladung versprechen die Ingenieure von VW. Klarerweise haben Fahrerinnen/Fahrer diese Distanz selbst im Fußgelenk und in der Hand - dem Modus: ECO+ bringt maximale Reichweite, ECO Reichweite mit Klima, für sportliche Umsteiger wird Normal die Grundeinstellung bleiben. Nicht alleine deshalb, da hier die Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h ausgefahren werden kann.

Das mit dem Fußgelenk ist so eine Sache, nur wenig Gas-, sprich Stromgeben, kann ja durchaus sinnvoll sein (auf lange Distanz gesehen), aber ordentliche Bremser tragen auch das ihre zur Langzeitwirkung einer Batterieladung bei. Das ist nicht ganz korrekt formuliert: VW nennt es Bremsenergierückgewinnung, und diese lädt ja auch ganz ordentlich. Wenn man eine sportliche Fahrweise bevorzugt, heisst das noch lange nicht, dass ein dynamisch gefahrener eGolf viel weniger weit kommen muss als ein schleichender. Wir werden dies demnächst in der Praxis austesten.

Wie auch immer: die Rekuperationsmodi reichen von maximaler Verzögerung mit voller Rückgewinnung bis hin zur minimalen Verzögerung mit geringer Energierückgewinnung, eGolf-Fahrer können es sich aussuchen. Bei entsprechendem Ladezustand der Batterie ist natürlich in jedem Modus jeweils genügend Kraft da. Zum Beispiel für Überholvorgänge und  Zwischenspurts.

Oder einfach, um einmal das Fahrwerk auszuloten, das sich golftypisch keine Blöße gibt: nn lautet unsere Kurzformel: narrensicher und neutral. Schnell eingefahrere Autobahnkurven lassen höchstens den Beifahrer blass aussehen, die Linie nicht, wie gezirkelt (wer es lieber so haben will: wie auf Schienen) bleibt der eGolf in der Spur (wenn gewünscht auch automatisch, das ist aber nicht des Testers Thema, die diversen Goodies wie z.B. auch die Gestensteuerung finden sich den Prospekten).

Die Kraftquelle des eGolfs aufzuladen ist einfach: an der Haushaltssteckdose heißt es 17 oder sechs (mit Wallbox) Stunden Strippe. Öffentliche Wechselstrom-Ladestationen schaffen eine Vollladung ebenfalls in sechs Stunden. Am schnellsten startklar ist der e-Golf an öffentlichen Ladestationen mit Gleichstrom, die mit dem serienmäßigen CCS-Schnellladesystem eine Ladezeit von gerade einmal 45 Minuten ermöglichen, die Batterie wird dabei jedoch nur zu 80 Prozent gefüllt.

Wenn weiters nichts ist ...

Franzesco Bolzano