auto-motor-special 07/2019 • Seite 31
erstellt am 10.06.2019

Die spinnen, die Franzosen ...

Wer profitiert?

Zusammenschlüsse, geplante, polarisieren. Abgeschlossene bzw. hartnäckig durchgeboxte Fusionen, da kann frau/mann eh nichts mehr machen. Stimmt nicht wirklich, Kundinnen und Kunden haben immerhin die Wahl ...

INNSBRUCK. Renault und Fiat/Chrysler flirten, Nissan und Mitsubishi schmollen. Und da muss der Autor, immerhin schon Anfang der 1970er mit einem Renault 16 TS auf Autocross-Pisten im Renneinsatz, einmal richtig drauf hauen. Lassts diesen Scheiß, besinnts euch aufs Wesentliche und suchts euch Nischen und nicht überglobale Plattformen.

Renault-Fahrer(Innen) bleiben Renault-Fahrer(Innen), Mitsubishi und Nissan haben ebenfalls eine sehr treue Fangemeinde (in diesem Falle gendertechnisch ohne Innen). Die gekauften und gefahrenen Marken bleiben generationenlang dieselben - in Familien, in Gemeinden, in Tälern, in Unternehmen, etc. Es sind noch wirkliche Stammkunden und die sind viel mehr wert als die hippste Werbekampagne.

word of mouth

Ja, sie ist eine Macht, die Mundpropaganda. Und jetzt wird es doch glühend heiß: diese spielt nun auf den neuen Medien ihr Lied. Ob "Vergangen, vergessen, vorüber ..." oder "So ein Tag, so wunderschön wie heute ...", sei dahingestellt.

Sie, die Macht, geht über kurz (hier ist nicht ein Ex-Kanzler gemeint) oder lang wohl ausschließlich an die Konsumenten, sprich potentiellen Käufer, über. Die diversen Strategen, Hardliner wäre wohl der bessere Ausdruck, wissen es: für ihre Kurz (ja, ja, genauso gemeint) -sichtigen Erfolge werden sie eh nicht zur Verantwortung gezogen, das eingeleitete Chaos baden die Gesellschaft, die Konsumenten, also wir alle und unsinniger Weise auch nachfolgende Generationen, aus.

Bleiben wir beim Auto und weniger beim Umweltschutz: Nichts gegen Fiat/Chrysler, 500er und 124er gefallen, andere weniger: Doblo zum Beispiel oder die diversen Jeeps (nicht unbedingt nur Vorurteil des Schreiberlings). Klartext: wer Fiat oder Chrysler - aus welchen Gründen auch immer - nicht mag, der wird dann von den Konzerngeschwistern kaum mehr zu halten sein.

Zumal sich ein Zusammenschluss, aus der Erfahrung heraus, eh nicht zu Gunsten der Käuferinnen und Käufer auswirken wird. Die Kaufpreise bleiben oben oder steigen (ob das mit den Qualitäten ebenso ist, lassen wir freundlicher Weise offen), das "Eingesparte" bleibt. Unter Umständen den Aktionären. Ganz sicher bin ich mir da nicht.

Die Profiteure werden vor allem die "Einfädler" und "Architekten" des/eines Zusammenschlusses sein. Mich wundert es, welche Überzeugungskraft solche Agitateure aufbringen. Um selbst ans große Geld zu kommen.

Überz Eichner*

* U.a. auch im Renault 5 Alpine unterm Dr (Marko) international auf Rundstrecken unterwegs. Letzter Rallye-Einsatz in Tschechien, noch gar nicht so lange her, im Renault 5 GTE. Fährt derzeit den zehn Jahre alten Renault Grand Modus seiner Gattin und ist bei jeder Fahrt überrrascht wie weit dieses Fahrzeug seiner Zeit voraus war.