auto-motor-special 12/2019 • Seite 43
erstellt am 04.11.2019

Es hat sichs ausgeurbst

Kein Segen vom Pontifex

Urban Cruiser, einst eine nette Bezeichnung für den einen oder anderen Stadtflitzer. Heutzutage wird aber geradezu alles in diesen Begriff hineingezwängt.

INNSBRUCK. Werbefach- und leute, Agenturchefs und -chefinnen sowie deren UntertanInnen springen halt bei irgendwelchen herbangeschafften Modebezeichnungen gerne an. Wenn sie dieselben aber nur wieder los lassen könnten.

Nein, das geht nicht, und die Lawinen kommen ins Rollen - Staublawinen natürlich. Jetzt sind wir bei den Touristikern, die bereits in den frühen Achtzigern des vergangenen Jahrhunderts Wildwassertennis als Sportart einführen wollten. Wird vielleicht eher doch nicht mehr kommen, aber die Golfer auf der Streif - wobei sich wirklich kein Promi samt Adabei zu blöd ist - sind ja auch nicht ohne.

Zurückgeschalten: Jedes SUV und mag es noch so groß und geländetauglich sein, wird uns als urbanes Stofftier verkauft und wir fressen es. Nein, nicht mit mir!

Ehrlicher Weise muss ich zugeben, dass der Dieselomnibus mit Anhänger ja auch den Urban Cruisern zuzurechnen ist, er hat aber im Regelfall eine eigene Fahrspur. Was er meist nicht hat, ist eine angemessene Zahl an Fahrgästen. Neulich habe ich zwei gezählt: den weiblichen Chauffeur im Omnibus und einen Alternativling (männlich, dem Anschein nach) im Anhänger. Wann wird man diese Fortbewegungsmittel endlich auf Doppelstöcker ausbauen?

Lassen wir wirklich alles an uns herantragen, was Sloganerfinder, "Direkt"-vermarkter und deren Nachbeter vorbeten? Natürlich kann man jedem Fortbewegungsmittel nahezu jede Eigenschaft andichten und es damit für jeden erdenklichen Zweck nutzbar erscheinen lassen.

Schminkts euch das doch ab, was wir Autofahrer haben wollen, ist die Freiheit, fahren zu können. Mit dem Rad oder Roller und nicht mit dem Hummer in der Stadt, im urbanen Randgebiet mit der Vespa und über den Jaufenpass mit dem Porsche. Dies alles wird noch über einen längeren Zeitraum möglich sein. Es gibt aber noch viel mehr Fluchten, die man vor dem Computer und bei Meetings eher nicht finden wird.

Sati Riker*

* hat per pedes in und ausserhalb der City kürzlich an einem Vormittag viele Erledigungen abarbeiten können. Mit Pkw (Anreisen/Parkplatzsuchen/Staus) wäre ein ganzes Monat draufgegangen ...

auto-motor-special 12/2019 • Seite 43
erstellt am 09.11.2019

Es geht also doch:

"Hola"drio!

Das freut das Redaktionsteam und wohl auch die Leserinnen und Leser: der E-Roller von Seat ist ab 2020 für Privatkunden und Sharing-Flotten erhältlich.

SALZBURG (at). Mit der Präsentation seines ersten Elektroroller-Konzepts, das der Leichtkraftrad-Klasse mit 125 ccm Hubraum entspricht, unterstreicht Seat seinen Fokus auf die urbane Mobilität (Foto: Seat).

Luca de Meo, Vorstandsvorsitzender der Seat S.A., führt aus: „Angesichts des anhaltenden Wachstums von Großstädten stellt eine effiziente und emissionsfreie Mobilität eine der größten aktuellen Herausforderungen dar. Mit der Ankündigung des ersten E-Rollers in der Geschichte unserer Marke vollziehen wir den nächsten Schritt in der Umsetzung unserer Strategie für urbane Mikromobilität.“

Barcelona ist die europäische Stadt mit den meisten motorisierten Zweirädern pro Kopf – mit einer langen Tradition der Zweiradmobilität. Deshalb wird Seat seine E-Roller-Studie in Zusammenarbeit mit dem in Barcelona ansässigen E-Roller-Hersteller Silence entwickeln.

Seat vollzieht den Wandel vom reinen Autobauer zum Anbieter von Mobilitätsdienstleistungen und reagiert damit auf einen der wichtigsten Zukunftstrends: die kollaborative, nachhaltige Sharing Economy.

Vor diesem Hintergrund stellt das Unternehmen in Spanien bereits den Carsharing-Service Respiro bereit und bietet mit dem Seat eXS KickScooter powered by Segway einen vollelektrischen Tretroller an, der über das Start-up-Unternehmen UFO ebenfalls bei Sharing-Diensten zum Einsatz kommt.