auto-motor-special 06/2018 • Seite 34
erstellt am 19.03.2018

Als prominente Gäste konnten bei der Eröffnung der zweifache Rallye-Weltmeister Walter Röhrl und der Schauspieler und Tatort-Kommissar Richy Müller begrüßt werden

Fotos: Porsche

Meilensteine aus sieben Jahrzehnten Sportwagenbau

70 Jahre "Herzblut"

Am 8. Juni 1948 erhielt der erste Porsche-Prototyp mit der Fahrgestellnummer 356-001 seine allgemeine Betriebserlaubnis. Es war die Geburtsstunde einer Marke, die seit 70 Jahren weit mehr als nur Automobile produziert.

Salzburg. Aus diesem Anlass präsentiert Porsche in Berlin die erste Sonderausstellung zum Jubiläumsjahr „70 Jahre Porsche Sportwagen”. Bis zum 31. Mai 2018 kann die Ausstellung im „DRIVE. Volkswagen Group Forum“ Unter den Linden kostenfrei besichtigt werden. Das DRIVE hat montags bis sonntags von 10.00 bis 20.00 Uhr geöffnet.

Die Sonderausstellung gliedert sich in zehn thematische Schlaglichter, die spannende Einblicke in die Geschichte der Marke geben und die Faszination Porsche vielseitig erlebbar machen. Im Fokus stehen dabei herausragende Porsche Sportwagen-Entwicklungen der letzten 70 Jahre ebenso wie die Menschen, die hinter der Marke stehen.

Ohne den legendären Pioniergeist der „Porscheaner” und den Enthusiasmus der weltweiten Porsche-Gemeinde wäre die Erfolgsgeschichte des Sportwagenherstellers undenkbar. „Die Botschaft unserer Ausstellung heißt: Der Innovationsgeist, der Porsche in 70 Jahren zum profitabelsten Automobilhersteller mit den sportlichsten Premiumprodukten gemacht hat, garantiert auch in Zukunft ein einzigartiges Markenerlebnis”, fasst Achim Stejskal, Leiter des Porsche Museums, zusammen.

Das Konzept der Ausstellung umfasst deshalb sowohl Meilensteine und Geschichten, mit denen Porsche die Entwicklung des Sportwagens seit 1948 bis heute maßgeblich prägt, als auch Zukunftsaspekte. So empfängt ein Showcar des 356 „Nr.1“ Roadsters als „Ursprung des Sportwagens” den Besucher. Ihm folgt das Thema „Sportwagen der Zukunft” mit dem Mission E, dessen Serienversion 2019 als erster rein elektrisch angetriebener Porsche auf den Markt kommt.

Die Facetten der Sportwagenikone 911 sind rund um den einmillionsten Elfer gruppiert. Das irischgrüne Coupé lief im Mai 2017 in Zuffenhausen vom Band.

Exemplarisch für die Ingenieurskunst von Porsche stehen zahlreiche Pionierleistungen im Abschnitt „Sportwagen neu erfunden”, mit denen die Marke Innovationen im Sportwagenbau einführte. Dazu gehören auch mutige unternehmerische Entscheidungen, wie am Beispiel des Porsche Boxster gezeigt wird: Der Mittelmotor-Sportwagen fuhr die seinerzeit wirtschaftlich angeschlagene Porsche AG zurück in die Gewinnzone.

Gegensätze: der Volksporsche (vorne) und "die Sau" mit der legendären Startnummer 23 (im Hintergrund)

Über die „Vielfalt des Sportwagens”, die die Porsche-Modellreihen und ihre zeitgenössischen Werbeanzeigen vorstellt, kommt der Besucher zum Bereich „Motorsport” mit dem legendären Rennwagen 917/20. Wegen seiner originellen Lackierung ist der 600 PS-Bolide unter dem Spitznamen „Die Sau” berühmt geworden und steht für die Rolle des Motorsports als Technologie- und Innovationstreiber Nummer eins bei Porsche.

Die Bandbreite an „Sportwagen heute” wird am Beispiel eines Panamera Turbo S E-Hybrid Sport Turismo dargestellt, der als Topmodell der Baureihe mit einer Virtual Reality-Inszenierung die sportlichen Möglichkeiten alternativer Antriebstechnologie demonstriert.

„Sportwagen weltweit” zeigt auf, wie die Kunden und Anhänger rund um den Globus die Marke prägen und feiern. „70 Jahre Herzblut” ist schließlich den Mitarbeitern gewidmet, die Porsche groß gemacht haben. Filme, Bücher und interaktive Dialogmöglichkeiten runden das Ausstellungskonzept in allen Bereichen ab.

Der Sportwagenhersteller würdigt das Jubiläum in 2018 mit zahlreichen Aktivitäten auf der ganzen Welt. Das Porsche Museum setzt ab 9. Juni das Jubiläum mit einer umfangreichen Sonderausstellung am Standort Stuttgart-Zuffenhausen in Szene. Am gleichen Tag lädt Porsche Fans zum „Sports Car Together Day“ an alle seine Vertriebsstandorte rund um den Globus ein.

Am Wochenende des 16. und 17. Juni empfängt der Sportwagenhersteller Mitarbeiter, Zuffenhäuser und Interessierte zu einer öffentlichen Feier in und um das Porsche Museum in Stuttgart. Beim „Festival of Speed“ im englischen Goodwood wird das Jubiläum vom 12. bis 15. Juli ebenso gefeiert wie bei der „Rennsport Reunion“ in Kalifornien vom 27. bis 30. September.


auto-motor-special 06/2018 • Seite 34
erstellt am 30.03.2018

Foto: Staud Studios GmbH/Automuseum Prototyp

Einziger, noch erhaltener VW 39 Ur-Käfer steht im 2008 eröffneten Automuseum Prototyp

Mit einem Paukenschlag ins Jubiläumsjahr

Mit dem Baujahr 1939, einer bewegten Geschichte und nach mehrjähriger Restaurierung ergänzt ab jetzt der einzig erhaltene VW 39-Vorserien-Volkswagen die Dauerausstellung im Automuseum Prototyp.

Hamburg. Das historisch bedeutsame Fahrzeug komplettiert die facettenreiche VW-Geschichte, die bei einem Museumsbesuch in der Hamburger HafenCity zu entdecken ist – denn eigentlich ist dieser Ur-Käfer ein Porsche ...

Auf den ersten Blick wirkt der VW 39 wie ein typischer VW Käfer, der lange Zeit das meistgebaute Auto der Welt war. Doch dieser Käfer ist ein seltenes Exemplar, das kurz nach Beginn des Zweiten Weltkrieges bei der Firma Porsche in Stuttgart-Zuffenhausen gebaut wurde. 1939 war das Volkswagen-Werk erst im Entstehen. Zur Vorbereitung der dort geplanten Serienproduktion setzte Porsche bei der Herstellung der VW 39-Vorserie erstmals zur Fertigung der Karosserie maschinelle Pressen ein.

Der VW 39 mit der Fahrgestellnummer 1-00003, der ab sofort sorgsam restauriert im Automuseum Prototyp zu sehen ist, verlies als erster von insgesamt nur 14 Stück die Porsche-Fertigungshalle in Stuttgart-Zuffenhausen und blieb als einziger seiner Baureihe erhalten. Zwei weitere historisch wichtige Fakten zeichnen den jüngsten unter den Vorläufern des berühmten Käfers aus, denn dieser VW 39 wurde von Dr. Ferdinand Porsche 1939 als Hochgeschwindigkeitsvariante konzipiert sowie als Versuchsfahrzeug von ihm und seinem Sohn Ferry Porsche eingesetzt.

„Seit 2008 zeigen wir in der HafenCity außergewöhnliche Fahrzeuge und erzählen deren Geschichten. Dabei ist das Aufspüren der besonderen Exponate wie die Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen“, erklären die beiden Museumsgründer Thomas König und Oliver Schmidt. „Dass wir diesen einzigartigen VW 39 rechtzeitig zu unserem zehnjährigen Jubiläum komplett restauriert unseren Besuchern präsentieren können, ist einfach ein Glücksfall!“