R A M P E N . L I C H T • auto-motor-special 08/2020
erstellt am 10.06.2020

Österreich-Rekord: 2019 noch Kopf an Kopf, aber Anfang 2020 überholte Ford im Nutzfahrzeugbereich Erzrivalen Volkswagen - veraufszahlenmäßig
Foto: igm/Franz Weichinger

Starke Allianz, offene Frage:

Wer war die Braut?

Volkswagen und Ford unterzeichneten Verträge für eine globale Allianz für leichte Nutzfahrzeuge, Elektrifizierung und autonomes Fahren.

WOLFSBURG/KÖLN/WIEN (de/at). Es hat gedauert, Volkswagen hat sich anscheinend längere Zeit geziert, Ford nutzte das Vakuum geschickt und steigerte die eigene Attraktivität von Monat zu Monat - speziell im Nutzfahrzeugbereich.

Seitens Ford wurden starke Marketingmaßnahmen gesetzt, die gezielte Medienbeobachtung strategisch genutzt. Dazu kommt das geschickte Einbinden erfahrener Profis, die in den Bereichen "Neue Medien" einmal mehr Aufbauarbeit leisten - dies alles trägt nun Früchte - selbstverständlich gilt dies für beide Seiten - voerst in Form der Vertragsunterschriften.

Die Ernte einfahren
Beide Unternehmen kooperieren bei den  leichten Nutzfahrzeugen – Volkswagen Nutzfahrzeuge entwickeltund fertigt einen Stadtlieferwagen, Ford einen Transporter im Ein-Tonnen-Ladesegment. Zudem vermarktet Volkswagen ab 2022 mit dem Amarok einen mittelgroßen Pickup auf Basis des Ford Ranger-Chassis

Insgesamt sollen rund acht Millionen Fahrzeuge in den drei Nutzfahrzeug-Projekten der Allianz gefertigt werden. Besonders interessant: Ford wird ein Elektrofahrzeug für Europa auf Basis des Modularen E-Antriebskastens (MEB) von Volkswagen bauen – ab 2023 sollen längerfristig über 600.000 Einheiten produziert werden.

Durch die jüngst abgeschlossene Investition von Volkswagen in Argo AI sind Ford und Volkswagen nun auch Partner beim autonomen Fahren. Das Self-Driving System(SDS) von Argo soll unabhängig voneinander in Modelle der beiden Unternehmen integriert werden.

Die Allianz sieht keine Kapitalverflechtung der beiden Hersteller vor und soll jährlich weitreichende Effizienzen schaffen.

Thomas Sedran, Vorstandsvorsitzender von Volkswagen Nutzfahrzeuge
Foto: Volkswagen

Erfreut zeigt sich Thomas Sedran, zuständig für Volkswagen Nutzfahrzeuge: „Die strategische Zusammenarbeit mit Ford ist ein wichtiger Baustein unserer Zukunftsstrategie GRIP 2025+ und damit Teil der Transformation, in der sich VWN befindet. Die Kooperation stärkt unsere starke Position im Bereich leichter gewerblicher Nutzfahrzeuge in den kommenden Jahren vor allem in unseren europäischen Kernmärkten. Die Partnerschaft mit Ford ist langfristig angelegt und die jetzt unterschriebenen Verträge sind für mich der Beleg, dass wir unseren Plan Schritt für Schritt erfolgreich umsetzen.“

FRANZ WEICHINGER