R A M P E N . L I C H T • auto-motor-special 10/2020
erstellt am 02.09.2020

Eröffnung des Jochen-Rindt-Gedenkjahres in Graz: Natascha Rindt beim Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Graz
Fotos: Stadt Graz/Fischer

Unvergessener Jochen

"Einer von uns"

Die steirische Landeshauptstadt ganz im Zeichen von Jochen Rindt. Die Gedenkfeier für den großen Sohn der Stadt fand am Grazer Zentralfriedhof in Anwesenheit vieler Wegbegleiterinnen und -begleiter am 2. September 2020 statt.

GRAZ (at). Gemeinsam mit Uwe Eisleben und Helmut Marko trug sich Natascha Rindt ins Goldene Buch der Stadt ein. Anschließend stand ein Besuch des Ehrengrabs auf dem Programm, gefolgt von der Einweihung der speziell gebrandeten Jochen Rindt-Straßenbahn.

"Er war auf der einen Seite ein ziemlicher Draufgänger, auf der anderen jedoch ein sehr sensibler, überlegter und auch großzügiger Mensch." Mit diesen Worten beschreibt Uwe Eisleben seinen um drei Jahre jüngeren Bruder Jochen Rindt, an den er viele Jugenderinnerungen hat. Rindts Todestag jährt sich am 5. September 2020 zum fünfzigsten Mal.

Jochen Rindt war gar kein gebürtiger Grazer. Er kam in Mainz auf die Welt, wo seine Eltern eine Gewürzmühle betrieben. Für die GrazerInnen und SteirerInnen ist Jochen Rindt aber noch heute, fünf Jahrzehnte nach seinem tragischen Tod beim Training in Monza, ganz eindeutig „einer von uns".

Der Festakt startete im schlichten weißen Zelt hinter den Eingangstoren zum Zentralfriedhof. Nach den Eintragungen ins Goldenen Buch folgte die Vorstellung einer speziell beklebten Straßenbahn der Holding Graz Linien.

Dazu waren neben neben Uwe Eisleben, Dr. Helmut Marko und Natascha Rindt Bürgermeister Siegfried Nagl und Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer gekommen. Marko, selbst eine Motorsportlegende, ließ die Zeit mit Jochen vom Podium Revue passieren. Aus dem Mikrofon ertönte eine weitere bekannte Stimme: der ehemalige ORF-Sportmoderator Robert Seeger hat auch in der Pension nichts von seiner Norweger-Pulli-Mentalität eingebüßt.

Seine Anmoderation gestaltete er bekannt dramatisch: "Mir fällt eigentlich nur ein Satz ein: Jochen Rindt ist unsterblich geworden und auch nach 50 Jahren immer noch populär." Dann blickte Seeger in die Zeit, in der Rindt seinen Siegeszug antrat, zurück: "Es herrschte Aufbruchstimmung. In diesen Kanon stimmten junge Fahrer wie du, lieber Helmut oder eben Jochen Rindt mit ein. Vielleicht braucht es diesen Spirit auch heute wieder."

Davon ist auch Bürgermeister Nagl überzeugt. Er hatte im Schulbubenalter Jochen Rindt bereits als Hero in Graz erlebt und möchte heute als Bürgermeister der ungebrochenen Popularität der Formel-1-Legende mit einem Gedenkjahr Rechnung tragen: "Wir sind stolz auf Jochen Rindt, er ist für viele zum Vorbild geworden. Es wird eine Ausstellung im GrazMuseum geben, auch der Hauptplatz im neuen Stadtteil Reininghaus wird künftige Generationen an Jochen Rindt erinnern", zählte Nagl die Highlights des Gedenkjahres auf. Dieses wird sich aufgrund von Corona ins kommende Jahr hinein erstrecken.

Auf einen Klick: Weitere Infos zu Jochen Rindt

Das Grab des unvergessenen Rennfahrers zählt zu den am meisten besuchten am Grazer Zentralfriedhof