auto-motor-special 11/2019 • Seite 27
erstellt am 13.10.2019

Praxisnahe Testfahrten mit den Tourneo-/Transit Custom Plug-in-Hybrid-Modellen von Ford in Stockholm: Transport mit der Fähre einbezogen

Fotos: igm/Franz Weichinger

Nicht nur den Stadtverkehr emissionslos gemeistert

Siegertypen

Als erste Plug-in-Hybrid-Modelle ihres Segments überzeugen Transit Custom PHEV und Tourneo Custom PHEV mit einer emissionsfreien Reichweite von bis zu 58 Kilometer. In Kombination mit dem 1,0 Liter grossen Ford EcoBoost-Turbobenziner als Range Extender steigt die Reichweite auf rund 500 Kilometer.

STOCKHOLM/WALLISELLEN (frawe). Als erster Automobilhersteller bietet Ford mit dem neuen Transit Custom Plug-in-Hybrid einen Transporter in der Ein-Tonnen-Nutzlastklasse, der über einen innovativen PHEV-Antrieb verfügt.

Damit setzt das Unternehmen einmal mehr Maßstäbe in diesem Segment und leistet einen wichtigen Beitrag für saubere und lebenswerte Innenstädte. Der Transit Custom PHEV fährt bis zu 56 Kilometer rein elektrisch – damit ermöglicht er zum Beispiel im Stadtverkehr lokal emissionsfreies Fahren und ist zudem von etwaigen Zufahrtsbeschränkungen in städtische Umweltzonen befreit.

Mit sechs Kubikmetern verfügt der Ford Transit Custom PHEV über das gleiche Laderaum-Volumen wie die Modelle mit konventionellem Verbrennungsmotor.

Kunden können den Transit Custom Plug-in-Hybrid im Herbst bestellen, die ersten Fahrzeuge liefert Ford anfangs 2020 aus. Der Ford Transit Custom Plug-in-Hybrid bietet sich besonders für Unternehmen an, die einen Transporter vor allem für den Auslieferverkehr in innerstädtischen Umweltzonen benötigen – ohne dabei Nachteile in puncto Reichweite und Laderaum-Volumen akzeptieren zu müssen.

Die Vorderräder des neuen Transit Custom Plug-in-Hybrid werden ausschliesslich von einem Elektromotor angetrieben. Dieser mobilisiert eine Leistung von 92,9 kW und bezieht seine Energie aus einer flüssigkeitsgekühlten Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 13,6 kWh.

Der mehrfach preisgekrönte 1,0 Liter grosse Ford EcoBoost-Benzinmotor dient dabei als Range Extender. Das heisst: Ist die Kapazität der Akkus erschöpft, produziert er den Strom für den Elektromotor an Bord. So kann der Transit Custom PHEV mühelos auch längere Strecken absolvieren, ohne dass hierzu ein Stopp zum Aufladen der Batterien erforderlich wäre. 

Der Akku des Transit Custom PHEV hat eine Anschlussmöglichkeit im vorderen Stossfänger

An einer Haushaltssteckdose mit 230 Volt Spannung und einer Stromstärke von zehn Ampere kann die Batterie innerhalb von 4,3 Stunden vollständig aufgeladen werden. Mit einem handelsüblichen Typ-2-Ladestecker für Wechselstrom (AC) verkürzt sich diese Zeitspanne auf 2,7 Stunden. Zudem gewinnt der Transit Custom PHEV beim Bremsen mittels Rekuperation Energie zurück.

Der Fahrer kann den Grad der Energierückgewinnung und der Bremsunterstützung des regenerativen Ladesystems beeinflussen. Hierzu wechselt er am Schalthebel zwischen dem „Drive-“ und dem „Low“-Modus. Im „Low“-Programm rekuperiert das System stärker, sobald der Fahrer den Fuss vom Gaspedal nimmt – dies ermöglicht eine grössere Reichweite im elektrischen Fahrbetrieb. Um nachfolgende Verkehrsteilnehmer auf die stärkere Verzögerungsleistung hinzuweisen, aktiviert das Fahrzeug automatisch die Bremsleuchten.

Im Interieur ersetzt eine spezielle Leistungs-/Ladeanzeige den konventionellen Drehzahlmesser. Ein kleineres Instrument für den Batterie-Ladezustand rückt an die Stelle der Kühlwasser-Temperaturanzeige. Reichweite-Informationen für den Batteriebetrieb sowie für den Range Extender geben zusätzlich Infos für ein sicheres Ankommen.

Vier unterschiedliche Electrik Vehicle-Fahrprogramme stehen zur Wahl:

„EV Auto“ (Standardmodus) wechselt je nach Fahrsituation automatisch zwischen rein elektrischem Modus und der Nutzung des Range Extenders. So wird auf der Autobahn wie auch im Stadtverkehr stets die optimale Leistungs- und Effizienz-Ausbeute erzielt.

„EV Jetzt“ priorisiert das Fahren im elektrischen Modus und deaktiviert den Range Extender, bis der Akku-Ladezustand nicht mehr für emissionsfreies Fahren ausreicht.

„EV Später“ priorisiert das Fahren mit aktiviertem Range Extender und nutzt regeneratives Laden, um den Ladezustand des Akkus möglichst aufrecht zu halten. Dies ist von Vorteil, wenn zum Beispiel die Einfahrt in eine emissionsfreie Umweltzone absehbar ist.

„EV Aufladen“ nutzt den Range Extender, um das Fahrzeug anzutreiben und den Akku bis zu rund 75 Prozent aufzuladen, damit weitere Fahrten im rein elektrischen „EV Jetzt“-Modus möglich sind.

Der Energiespeicher ist platzsparend in Unterflurbauweise unterhalb des Fahrzeugbodens positioniert. Das Resultat: Der Transit Custom PHEV bietet eine grosszügige Netto-Nutzlast von rund 1.100 Kilogramm – das Laderaum-Volumen ist mit sechs Kubikmetern genauso üppig wie bei den Versionen mit konventionellem Antrieb. Weiterer Vorteil für Gewerbetreibende und Unternehmen: Ford gibt auf die Batterie eine Garantie von acht Jahren/160.000 Kilometer.

„Das Interesse unserer Kunden an Elektrofahrzeugen ist gross. Aber wir wissen auch, dass es noch Bedenken bezüglich der Ladeinfrastruktur und der Reichweite gibt. Der Transit Custom Plug-in-Hybrid hingegen glänzt ohne Kompromisse mit der gewohnten Alltagstauglichkeit. Er kombiniert die Vorteile des emissionsfreien Elektroantriebs mit der Freiheit, mühelos auch längere Fahrten absolvieren zu können“, betont Ian Porter, Leitender Ingenieur des Transit Custom-Programms von Ford Europa.