auto-motor-special 10/2019 • Seite 15
erstellt am 05.09.2019

Bugatti durchbricht magische Meilen-Grenze: Erstmals fährt mit dem Chiron ein seriennahes Auto schneller als 300 mph

Foto: Bugatti

Wahnsinnstempo, aber keine

Höllenfahrt

Weltrekord für Bugatti. Ein Vorserienfahrzeug eines Bugatti Chiron1 Derivats durchbricht als erster Hypersportwagen die magische 300-Meilen-pro-Stunde-Grenze (482,80 km/h).

MOLSHEIM/SALZBURG (fr/at). Gleichzeitig stellt Bugatti mit 304,773 mph (490,484 km/h) einen neuen TÜV-zertifizierten Geschwindigkeitsrekord auf.

„Bugatti hat einmal mehr gezeigt, wozu wir in der Lage sind. Mit diesem neuen Rekord des Chiron betreten wir erneut absolutes Neuland. Nie zuvor hat ein Serienhersteller diese hohe Geschwindigkeit erreicht“, sagt Stephan Winkelmann, Präsident von Bugatti. „Unser Ziel war es
die magischen 300 Meilen pro Stunde zu erreichen, als erster Hersteller überhaupt. Das haben
wir nun geschafft und macht uns, die gesamte Mannschaft, und mich, unheimlich stolz.“

Gleichzeitig war es für Bugatti die letzte Rekordfahrt. „Wir haben mehrfach gezeigt, dass wir die schnellsten Autos der Welt bauen. Künftig legen wir unseren Focus auf andere Bereiche“, sagt Winkelmann.

Le-Mans-Gewinner und Bugatti-Testfahrer Andy Wallace erreichte die Spitzengeschwindigkeit von exakt 490,484 km/h (304,773 mph) am 2. August 2019 auf der Test- und Prüfstrecke in Ehra-Lessien in Niedersachsen.

„Eine Wahnsinnsgeschwindigkeit. Eigentlich unvorstellbar, dass ein Auto das schafft. Aber der Chiron war gut vorbereitet, ich habe mich sehr sicher gefühlt, selbst in diesen hohen Geschwindigkeitsbereichen“, sagt Andy Wallace. Er tastete sich ab 300 km/h in 50-km/h-Schritten an den Topspeed heran, um zu sehen, ob alle Bedingungen stimmen und der Chiron optimal beim Auf- und Abtrieb ausbalanciert ist.

„Schon beim ersten Versuch habe ich gespürt, dass das klappt. Der Chiron lief perfekt und die Strecke sowie die Wetterbedingungen waren ideal. Das ganze Team hat einen fantastischen Job gemacht“, sagt Wallace überglücklich.

Für den Weltrekord bereitete ein Team von Ingenieuren aus verschiedenen Fachbereichen unter der Leitung des Bugatti-Entwicklungschefs Stefan Ellrott ein Vorserienfahrzeug eines Bugatti Chiron Derivats vor. Neben aerodynamischen Verbesserungen legten die Spezialisten großen Wert auf Sicherheit. Andy Wallace wurde von Sechs-Punkt-Gurten festgehalten, eine zusätzliche Sicherheitszelle schützte ihn außerdem.

Dabei unterstützte das Bugatti-Team der italienische Rennspezialist Dallara aus Italien sowie
der Reifenhersteller Michelin. „Ihr Fachwissen floss direkt in das Projekt ein. Ohne unsere Partner wäre der Rekord nicht möglich gewesen“, sagt Willmann. Der langjährige Reifenpartner Michelin sorgte für den nötigen Grip und die Stabilität. Die schon beim Chiron verwendeten Michelin-Hochgeschwindigkeitsreifen wurden nochmals verstärkt um den 5300 G Stand zu halten und trotzdem die Straßenzulassung zu behalten.