T I T E L S T O R Y
erstellt am 13.12.2017

Franky Zorn brennt beim Gedanken an die neue Eisrenn-Saison. Drei Wochen Training in Schweden machen ihn fit für die Wettkämpfe, z.B.: in Weissenbach/T am 6. Jänner 2017, und dann geht es auf  zur Championship

Foto: Zorn

Im Sport als auch im Business gilt:

"Reibung kostet Zeit"

Die Eisrenn-Saison ist im Anlaufen, die Beherrscher der kurzen und langen Spikes sind gewappnet. Immer auf der Jagd nach dem Optimum: Österreichs Eisspeedway-Star Franky Zorn, der die antreibenden Begleiter seiner (Renn-)Laufbahn in den Fokus rückt.

Saalfelden. Er ist der Mann, der seinen Sport verkörpert wie kein anderer: Franky Zorn geht - als die österreichische Ikone des Eisspeedways - an die Grenzen der Physik- und an jene des gesunden Menschenverstandes. Eisspeedway ist ein Spektakel, ein Balanceakt zwischen Herz und Hirn und zählt, vollkommen zu Recht, zu den aufregendsten Live-Sportarten der Welt.

Nach zehntausenden Kilometer auf dem Eis, weiß Zorn worauf es ankommt: „Beim Icespeedway geht es um gutes Reaktionsvermögen, den Mut zum Risiko, Körpergefühl und besonders auch um Vertrauen. Vertrauen in dich selbst und in deine Maschine. Sonst bleibst‘ auf der Strecke.“

Wobei Zorn nach 96 Podestplätzen (u.a. Europameister, Vizeweltmeister, siebenfacher Team-Vizeweltmeister) dem Aspekt des Vertrauens eine ganz besondere Bedeutung zuschreibt. 2014 ist er schwer gestürzt und arbeitete bereits in der vergangenen Saison wieder an seinem Comeback um heuer an die Erfolge anknüpfen zu können. „Und eines darf man halt niemals vergessen“ so der gebürtige Saalfeldener: „Eisspeedway ist ein Hochrisikosport, für den man vor allem auch Technik benötigt, auf die man sich echt verlassen kann.“

Aus technischer Sicht entscheidet der Antrieb über Sieg oder Niederlage im Rennen. „Genau jenen Antrieb liefern meine Partner G.O.Nilsson in Wals bei Salzburg, die mich – als eine der  ersten Unterstützer - seit 14 Jahren mit Lagern, oft auch spezialgefertigt, beliefern. Unsere Zusammenarbeit dreht sich ständig um die Frage: wie können meine Anforderungen an das Material erfüllt werden? Gleich wie in der Wirtschaft geht es auch im Sport darum den Rollwiderstand zu minimieren. Denn: Reibung kostet Zeit. Im Sport wie auch im Business“.


auto-motor-special 01/2018 • Titelseite
erstellt am 01.12.2017

Rundes Jubiläum: Sechzig Jahre Škoda 1100 OHC

Charisma inbegriffen

Der Škoda 1100 OHC ist ein bedeutender Meilenstein des 116-jährigen Motorsport-Engagements von Škoda. Gitterrohrrahmen, über 200 km/h Spitze und eine Literleistung von 85 PS unterstreichen die Fertigkeiten der Škoda-Ingenieure. Eines von nur zwei erhaltenen Exemplaren des offenen Sportwagens gehört zu Highlights des
Škoda-Museums in Mladá Boleslav.

Salzburg. Vor 60 Jahren hat
Škoda das erste Exemplar des Sportprototypen Škoda 1100 OHC fertiggestellt. Der offene zweisitzige Rennwagen mit der internen Typenbezeichnung 968 wies eine Reihe wegweisender technischer Innovationen auf. Škoda baute zunächst zwei offene Fahrzeuge, die für Langstreckenrennen vorgesehen waren. 1959 entstanden auf dieser Basis dann zwei Coupés.

„Der
Škoda 1100 OHC ist ein Paradebeispiel für tschechische Ingenieurs- und Konstruktionskunst“, sagt Andrea Frydlová, Leiterin des Škoda.Museums. „Der Wagen zählt zu den Meilensteinen des 116-jährigen Motorsportengagements von Škoda“, so Frydlová weiter. Škoda begann im Frühjahr 1956 mit der Entwicklung des Zweisitzers. Der Škoda 1100 OHC wird von einem vorne längs eingebauten Reihenvierzylinder mit zwei Nockenwellen im Zylinderkopf angetrieben. Aus 1.089 Kubikzentimetern Hubraum schöpft er eine Leistung von 92 PS bei 7700/min, die Höchstdrehzahl liegt bei 8500/min.

Eine Literleistung von 85 PS war zu seiner Zeit aufsehenerregend. Als Treibstoff verwendete Škoda hochoktaniges Flugbenzin. Mit einem Radstand von 2.200 Millimetern, einer Gesamtlänge von 3.880 Millimetern, einer Breite von 1.430 Millimetern und nur 964 Millimetern Höhe ist der Rennwagen ausgesprochen flach und gestreckt.

Mitsamt der sehr leichten Karosserie aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) wiegt der offene Škoda 1100 OHC nur 550 Kilogramm. Dieser extreme Leichtbau trägt wesentlich zur enormen Beschleunigung und einer Höchstgeschwindigkeit von – je nach Achsübersetzung – 190 bis 200 km/h bei. Eine ebenso große Rolle spielt der niedrige Luftwiderstand der Karosserie. In einer ersten Entwicklungsstufe besaß der Renner noch versenkbare Klappscheinwerfer, die jedoch bald einer praktikableren Lösung weichen mussten: fest eingebauten Frontscheinwerfern mit aerodynamischer Verkleidung aus Plexiglas.

Anders als die Vorgängermodelle
Škoda Sport und Supersport, die auf dem robusten Fahrwerk des Serienmodells 1101 basierten, ist der 1100 OHC ein reiner Prototyp. Die konstruktive Basis bildet ein aus dünnwandigen Rohren geschweißter Gitterrohrrahmen. Seine ausgezeichneten Fahreigenschaften verdankt der Wagen seiner fast idealen Gewichtsverteilung.

Mit einem 75 Kilogramm schweren Fahrer liegt das Verhältnis bei 49,7 zu 50,3 Prozent zugunsten der angetriebenen Hinterachse. Die Kupplung, das Fünfganggetriebe und das Verteilergetriebe befinden sich hinten und bilden eine gemeinsame Montageeinheit.

Fotos: Skoda

Modern war Ende der 1950er- Jahre auch die Drehstabfederung der 15-Zoll-Speichenräder. Vorn werden die Räder an einer Trapezquerlenkerachse geführt, hinten an einer Pendelachse mit Längslenkern.

Der erste öffentliche Auftritt des Sportwagens endete gleich mit dem ersten Sieg. Der erfahrene Werksfahrer Miroslav Fousek gewann am Steuer des
Škoda 1100 OHC Ende Juni 1958 ein Rennen auf der städtischen Rundstrecke in Mladá Boleslav. Neben Siegen bei heimischen Sportveranstaltungen erzielten weitere Piloten Erfolge im Ausland. Angesichts der schwierigen politischen Lage in den späten 1950er- und frühen 1960er-Jahren beschränkten sich die Einsätze der Rennwagen aus Mladá Boleslav auf sozialistische Länder.

Außer den zwei offenen, Ende 1957 gebauten Fahrzeugen mit GFK-Karosserie fertigte
Škoda 1959 auch zwei Exemplare des 1100 OHC Coupés mit einer geschlossenen Karosserie aus Aluminiumblech. Selbst bei dieser Version gelang es den Ingenieuren, ein sehr niedriges Gesamtgewicht von nur 618 Kilogramm zu erzielen und die herausragenden Fahrleistungen der offenen Variante beizubehalten.

Die beiden Coupés wurden einige Jahre später bei Unfällen im öffentlichen Straßenverkehr schwer beschädigt – derzeit arbeiten die Restauratoren in der Werkstatt des
Škoda-Museums intensiv an der Wiedergeburt eines 1100 OHC Coupé auf Basis des erhalten gebliebenen Fahrwerks und der Aggregate eines der Fahrzeuge.

Einer der
Škoda 1100 OHC ist im Besitz des britischen Importeurs Škoda UK, der ihn vor allem bei Events im Vereinigten Königreich einsetzt. Der andere Rennwagen steht meist im Škoda-Museum am Stammsitz der Marke im böhmischen Mladá Boleslav – wenn er nicht gerade an Oldtimerveranstaltungen im In- und Ausland teilnimmt.