auto-motor-special 03/2018 • Seite 01
erstellt am 15.02.2018

Erlkönige machen Tirol regelmäßig ihre Aufwartung, die Brennerautobahn als Achse Nord-/Süd-/Nord wird liebend gerne als Teststrecke genutzt. Kurzzeitig war auch die Alpenhauptstadt an der Reihe: Verbrauchsmessungen unter realistischen Voraussetzungen waren die Vorgaben.

ams-Fotos: Franz Weichinger

Versuchsfahrzeuge werden gerne in Tirol auf Herz und Nieren getestet

Wer fährt so getarnt ...

Es sieht verdächtig nach einem neuen Land Rover-Modell (Range Rover SV Coupé?) aus, das Fahrzeug, das in die Innsbrucker Innenstadt hinein und wieder heraus chauffiert wurde. Jaguar als auch Land Rover testen ihre neuen Modelle  jeweils im Winter gerne im Raum Ötztal/Timmelsjoch und da liegt ein Besuch von Innsbruck doch ziemlich nahe.

Was wirklich unter der Camouflage steckt, ist nicht zu eruieren, sogar die Silhouette könnte zu falschen Schlüssen führen. Ob sich unter der zur Schau gefahrenen Karrosserie ein komplett anderes Auto befindet, als jenes, das man aufgrund der Form vermuten würde, bleibt noch Geheimnis. Das nur nach und nach gelüftet werden wird.

real driving emissions

Die Abgas-Messvorrichtung am Heck ist Teil des neuen Verbrauchs-Testzyklus WLTP (gültig ab September 2018) und misst die RDE - die real driving emissions.

Der Verbrauchszyklus selbst wird weiterhin auf einem Prüfstand gefahren (jedoch strenger als der bisheriger NEFZ-Zyklus) und wird durch einen RDE ergänzt, bei dem festgestellt wird, ob die Schadstoff-Grenzen auch beim Fahren im Echtbetrieb nicht überschritten werden.

Franz Weichinger

 


auto-motor-special 03/2018 • Seite 01
erstellt am 04.02.2018


Neue Messverfahren: WLTP und RDE

Währungsreform

Bis zum Herbst 2018 stellt Mercedes-Benz sein Pkw-Portfolio sukzessive auf WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) um. Der WLTP liefert näher am Fahrgeschehen orientierte Testergebnisse als der seit 1992 geltende NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus).

Stuttgart. Als erster Mercedes-Benz ist der neue CLS nach WLTP in der Emissionsstufe Euro 6d-TEMP zertifiziert. Dazu musste auch die Einhaltung der Grenzwerte im so genannten RDE-Straßentest (Real Driving Emissions) nachgewiesen werden. Der Aufwand für eine Zertifizierung nach WLTP ist etwa doppelt so hoch wie nach NEFZ.

Die sehr umfangreiche Verordnung dazu (über 700 Seiten) enthält viele verschiedene Einzeltests und ganz neue Vorgehensweisen. Die Anforderungen an die Testdurchführung, die Ergebnisauswertung und ihre Dokumentation sind deutlich höher. Ebenso ist der Aufwand für jede einzelne Prüfung stark gestiegen.

„Kunden profitieren vom WLTP, weil er einen realistischeren Vergleichsmaßstab für die Verbrauchs- und Emissionswerte verschiedener Fahrzeugmodelle liefert“, so Ola Källenius, Vorstandsmitglied der Daimler AG, verantwortlich für Konzernforschung & Mercedes-Benz Cars Entwicklung.

Die Einführung des WLTP ist für die kundenrelevanten CO2- und Verbrauchswerte mit einer Währungsreform vergleichbar: Die Fahrzeuge ändern sich technisch ja nicht, sie werden lediglich nach neuen Anforderungen vermessen. Källenius: „Und schon bisher hatten wir nicht nur den Zyklus-Verbrauch im Blick, sondern auch den realen Verbrauch im Kundenbetrieb.“ Ein Beispiel: Quer durch das Modellprogramm stehen die Fahrzeuge von Mercedes-Benz mit an der Spitze bei der Aerodynamik. Das wirkt sich im Realbetrieb aus, beim bisherigen NEFZ aber nur minimal.

Zusätzlich wird im Rahmen einesStraßentests, dem so genannten RDE (Real-Driving-Emissions-Test), geprüft, dass die Euro-6-Grenzwerte für Stickoxide und Partikelanzahl unter Berücksichtigung von Konformitätsfaktoren nicht überschritten werden.